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Stephan Ruß-Mohl – Journalismus

Foto: MediaNewsBlog/FAZ-Buch
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„Journalismus“ – von Stephan Ruß-Mohl widmet sich in erster Linie an Praktiker. An angehende Journalistinnen und Journalisten, aber auch an andere interessierte Personenkreise.

Das Lehr- und Handbuch für den Journalismus erscheint jetzt in dritter Auflage.  Das Buch ist »up to date«, schreibt der Autor in seinem Vorwort und „zeigt, wie sich durch netzbasierte Recherche- und Kommunikationsformen der journalistische Alltag verändert.“ 

In dem Frankfurter-Allgemeine-Buch werden Praxis und Forschung zusammengeführt. Vermittelt werden handwerkliche Arbeitsweisen und Anforderungen im Journalismus und in Public Relations. Für Journalismus-Lehrbücher ist das eher ungewöhnlich.

Eine nicht ungefährlich Dynamik: Der Public Relations-Sektor wächst, der Journalismus schrumpft. Öffentlichkeitsarbeit wird vom Journalismus unabhängiger, während der Journalismus immer mehr in die Abhängigkeit der PR gerät. Was im vorliegenden Buch mitgeteilt wird, sollten – so Ruß-Mohl – auch künftige Experten der Organisations- und Unternehmenskommunikation wissen, um sich Fehler und schmerzliche Lernprozesse im Umgang mit Journalisten zu ersparen. „Umgekehrt sollten Journalisten, „statt PR-Leuten misstrauisch zu begegnen, allmählich begreifen, dass sie ohne deren Zuarbeit kaum noch arbeitsfähig wären.“ Ein konstruktiver Umgang miteinander nutze beiden Berufsgruppen, sagt der Medienwissenschaftler.

Ruß-Mohl sieht im Journalismus und in der Öffentlichkeitsarbeit „eng aufeinander bezogene Berufs- und Arbeitsfelder“. Er untersucht u.a.“welchen Einfluss Öffentlichkeitsarbeit auf Redaktionen nimmt, aber auch, wie sich professioneller Journalismus gegen solche »Fernsteuerung« wehren kann. Sein Buch begreift „redaktionelles Marketing und Redaktionsmanagement als Eckpfeiler journalistischer Arbeit.

Stephan Ruß-Mohl spürt dramatischen Veränderungen nach und zeigt, wie Digitalisierung und Medienkonvergenz, soziale Netzwerke und Suchmaschinen den Journalismus zunehmend prägen. Eine Rundum-Betrachtung: Praxis und Wissenschaft werden gleichermaßen behandelt. Der Autor bedauert in diesem Zusammenhang allerdings, dass es der Medienforschung bis heute nicht ausreichend gelungen sei, eine Brücke zwischen Praktikern und Wissenschaftlern zu schlagen.

Originalton Stephan Ruß-Mohl:

„Weiterhin gefragt sein dürften im Journalismus auch zukünftig: eigenständiges Denken, hohe Lernbereitschaft, Neugier, Kontaktfreude, solide Fachkenntnis, Kreativität und sprachliche Präzision – sowie Mut und die Fähigkeit zur Selbstkritik.“

Ruß-Mohl wünscht sich aber auch, dass ganz „normale Menschen“ die Chance nutzen, einen Blick hinter die Kulissen des Medienbetriebs zu werfen. Gegen die Vertrauenskrise, in die der Journalismus seit den „Lügenpresse“ skandierenden Pegida-Demonstranten geschlittert sei, sollte das Buch sogar als Lektüre in Schulen eingeführt werden. Keine schlechte Idee, wenn man sich vor Augen hält, das knapp die Hälfte der Deutschen die Meinung vertreten, die „Medien seien von oben gesteuert“ und verbreiteten „gezielt Unwahrheiten“.

 

Stephan Ruß-Mohl: Journalismus. Das Lehr- und Handbuch.Stephan Ruß-Mohl
Journalismus
Das Lehr- und Handbuch.

Veröffentlichungsdatum: Mai 2016.

3., komplett überarbeitete Neuauflage.

 

Stephan Ruß-MohlStephan Ruß-Mohl
Dr. Stephan Ruß-Mohl ist Professor für Kommunikationswissenschaft an der Università della Svizzera italiana in Lugano und Direktor des European Journalism Observatory (www.ejo.ch). Bis 2001 war er Lehrstuhlinhaber an der Freien Universität Berlin. Er leitete dort den Studiengang Journalisten-Weiterbildung und das Journalisten-Kolleg.

Der Autor

Knut Kuckel

Journalist (Radiojournalismus). Berufliche Stationen: Belgischer Rundfunk (BRF), Südwestrundfunk, SWR, Hessischer Rundfunk (hr).
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