Polens Medien stehen unter Druck: Der öffentlich-rechtliche Sender mutiert zum Staatsfernsehen, private Medien werden politisch attackiert und finanziell drangsaliert.

Wer über Fremdenfeindlichkeit berichtet, lebt gefährlich. Das NDR-Medienmagazin ZAPP berichtet über den Druck, dem die Medien in Polen ausgesetzt sind.

In Polen sind es die kommerziellen Medien, die der Regierung auf die Finger schauen. Und die geht mehr oder weniger subtil gegen ihre Kritiker vor.

Wer als Reporter des privaten polnischen Fernsehsenders TVN über rassistische Unruhen berichtet, lebt gefährlich. Während eines Aufmarsches von Nationalisten wurde der Übertragungswagen von TVN angezündet. Eine gezielte Aktion, so Andrzej Morozowski, der Chefredakteur des Senders. Man sei zum Feindbild geworden, weil man ausführlich und detailliert über die wachsende Fremdenfeindlichkeit in Polen berichten würde. 

Nach dem Regierungswechsel vor anderthalb Jahren haben die neuen Machthaber der nationalkonservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PIS) nicht nur das Management und die Führungsspitze des Senders ausgetauscht, sondern auch dafür gesorgt, dass über 200 Journalisten TVP inzwischen verlassen haben. Ihnen wurde gekündigt oder es wurde ihnen doch nahegelegt, sich anderswo eine Beschäftigung zu suchen. mehr…

Schwieriges Verhältnis: Polen und die Presse
NDR/ZAPP – 08.02.2017 23:20 Uhr Autor/in: Tom Fugmann

Bernhard Hauff

Medienjournalist, München, eMail: bernhard.hauff[at]media-news-blog.de

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